11. - 12.05.2007 CH-Luzern - Treibhaus, Jazz im Rock Festival
Es ist Freitag... fühlt sich an wie Samstag DENN zur Uni geht's heut nicht. Stattdessen auf eine größere Reise...
in die Schweiz. Zur Schweizer Schokolade! Laura hat soeben schon das Schokoessen geübt... allerdings mit wenig
Erfolg,denn nicht nur an beiden Armen und 3 von 10 Fingern, sondern auch auf Hose, T-Shirt, Anschnallgurt und
Schlafsack hatte Osterhasi mit Hilfe von Laura Spuren hinterlassen. Ich, davon nicht abgeschreckt, wagte auch
einen Versuch und der lief dann gleich so gut, dass von Osterhasi nicht mehr viel da ist. Ich vermute er wird
die Einreise in die Schweiz leider nicht mehr erleben können. Dabei haben wir doch Platz genug für Hasen oder
auch für Kühe oder so. Wir sitzen hier nämlich in einem fetten 9-Sitzer-Bus. Na, wir ham's ja! Und für den Fall,
dass wir einen Stau erwischen (oder sagen wir lieber, dass der Stau uns erwischt) haben wir die ganze hintere Sitzbank
als Merchandisetheke zur Verfügung. Julia hat da gerade ganz andere Dinge im Kopf. Sie möchte nämlich in den
Holiday Park. Und zu IKEA! Da hat wohl jemand noch nicht verstanden, dass wir hier nicht zum Spaß durch die
Gegend fahren! ;)
Auszug eine Dialogs:
Laura: "So wie es auf der Karte aussieht, spielen wir recht nah am See."
Sophie: "Das Wetter ist halt nich so geil."
Julia: "Wir haben keine Badesachen dabei."
Laura: "Aber das Wetter ich auch nicht so geil."
So geht mancher Dialog aneinander vorbei, oder eben doch nicht. ;)
(begann Perle zu schreiben.)
Nach überteuertem Rastplatz-Fast-Food-Essen, mit Plakette bewapnet und ettliche unerfolgreiche Überlegungen später,
wie wir es uns ersparen könnten, sie an den Mietwagen zu pappen und somit das Geld quasi zu verlieren, verließen
wir ohne Probleme die Gegend, die Deutschland heißt. Jetzt hieß es aufpassen, denn in der Schweiz ist blau grün,
zumindest, was die Autobahnbeschilderung angeht. Immer der 2 nach und bloß nicht von den Schweizern, die uns anhand
des fremdländischen Kennzeichens gleich als einfaches Opfer erkannten, in die Baustellenabsperrung drängeln lassen!
Oder gegen die doch recht massiven Berge direkt neben der Straße...oder auch Tunnelwände...Abhänge...Autofahren
war von jetzt auf gleich von Spannung erfüllt!
Aber ohne weitere Zwischenfälle landeten wir schließlich sehr schnell in Luzern, zählten eifrig die Rotlichtsignale
ab, die uns in der Wegbeschreibung genannt wurden, um dann doch an der gewünschten Straße vorbeizufahren. Zumindest
bis vier zählen sollten wir als Musiker doch eigentlich können...nun gut. Trotz kleinem Umweg fanden wir das Treibhaus
sehr schnell, wurden begrüßt und packten aus. Eigentlich wären wir dann ziemlich schnell fähig gewesen, Soundcheck zu
machen, jedoch aus diskussionstechnischen Gründen im Nebenraum hieß es erst mal: Kein Lärm. Also nur leise die
Instrumente aufbauen, dann warten, warten, warten und schließlich schnell Soundchecken, denn die nächste Band wollte
dies uns ja noch gleich tun, doch schon in Bälde sollten sich die Türen öffnen. Also hurtig hurtig, um dann mit
grummelnden, weil hungrigen Magen in den bequemen Sesseln des Backstageraumes zu versinken. Spontan noch mal ärgern,
Wizard nicht dabei zu haben, um die Zeit tot zu schlagen, dann doch plötzlich keine Zeit mehr haben, trotzdem ein
Videointerview geben, essen, Zimmer im Backpackers auschecken, fertig machen, nochmal kurz warten, überrascht sein,
dass die erste Band schon fertig ist (Ich hab noch nicht mal mitbekommen, dass sie angefangen hatten), einstöpseln,
aufbauen, loslegen.
Anschließend Anwesenheitspflicht in der Lounge zum Fragen beantworten. Oh mein Gott, was kommt denn jetzt? Ach so,
okay, so tolle Fragen wie "Habt ihr was gegen Männer?" Ui, da hätten wir uns aber gut vorbereiten müssen. Ein paar
verkaufte CDs (bitte auf das "C" betonen!) und T-Shirts später packten wir zusammen und versackten wieder in den
bequemen Backstageraumsesseln, sehr kollegial den anderen Bands gegenüber waren wir also an dem Abend irgendwie nicht.
Wir warteten auf Mitternacht, stopften uns leckerenen Schokokuchen in den Mund, um dann möglichst fix den Ort des
Geschehens zu verlassen und in die Betten hineinzusinken. Doch weit gefehlt, denn aufgrund des immer noch anhaltenden
Abhandenseins von Velvet June Roadies mussten wir unseren SuperBus noch beladen und dann zwei überaus anhängliche
14jährige loswerden. Dies gelang uns auf wirklich beeindruckende Weise: Der, der sich auf die Stoßstange hinten auf
unseren Bus gestellt hatte, klebte kurze Zeit später und sehr spontan auf eine Bremswirkung von Sophie hin an unserer
Heckscheibe, um dann mit einem flotten Sprint allen Umstehenden zu beweisen, dass mit vier Mädels und einem Ford Transit
nicht zu spaßen ist...
Nach einem gemütlichen, leckeren und überaus reichlichen Frühstück am nächsten Morgen hörte sich Sophie einen Vortrag
zum Thema Frauen im Musikbusiness (oder so ähnlich) an, während sich Laura, Kadda und ich (aus Zeitgründen mit dem Bus)
auf den Weg in die Stadt machten. Mehr als eine Busrundfahrt wurde daraus allerdings aus einem akuten Mangel an einem
Parkplatz nicht. So sahen wir Luzern aus dem Bus. Kurzerhand liefen wir noch ein Stück am See entlang (ja, wir spielten
wirklich 100m vom Vierwaldstätter See entfernt!), sammelten Sophie wieder ein und machten uns auf den Heimweg.
Unterbrochen nur von einem kurzen Baustellenstau verlief mal wieder alles ohne Auffälligkeiten (wenn man von der
kleinen Unterbrechung an der Grenze, wo wir uns rechtfertigen mussten, was wir wo warum wollten, absieht) und so war
der Trip in das Land der Schokolade und des Käses fast so schnell vorbei, wie der Schokohase gegessen. Ging alles
wirklich ganz schön fix dieses mal...
(schrieb Julia zum Abschluss.)
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